Menschenhandel Thailand

Girls Care Project, Thailand

MUEAYS GESCHICHTE – MEIN LEBEN NACH DEM HOME OF BLESSING

23 Mai , 2019  

“Ich bin Mueay, als kleines armes Dorfmädchen geboren, aufgewachsen in einer kaputten, zerbrochenen Familie. Aber ich will mich nicht beschweren.

In Bangkok groß geworden, musste ich als Teenager zurück nach Phayao, die Heimatstadt meiner Mutter. Dort bekam ich die Chance, ins „Home of Blessing“ zu ziehen. Hier kam ich das erste Mal mit Christen in Berührung, die mir manches über ihre Erfahrungen und ihren Glauben an Jesus erzählten. Im Home of Blessing bekam ich auch die Gelegenheit, Englisch zu lernen und mein Selbstvertrauen ist zunehmend gewachsen. 

Hatte ich in Bangkok Englisch noch gehasst, entwickelte ich jetzt eine echte Liebe für diese Sprache. In der zwölften Klasse durften wir uns drei Kernfächer auswählen. Zwei der drei von mir gewählten hatten mit Englisch zu tun. Nach dem Abschluss der High School wollte ich unbedingt studieren. Aber meine Familie hatte dafür kein Geld. Ich war überzeugt: Gott wird mir helfen! Ich weinte oft in der Nacht, weil der Wunsch zu studieren in mir so groß war. Und, was soll ich sagen, ich konnte am Ende auf die Universität gehen und vier Jahre „Tourismusindustrie“ studieren. Wegen des fehlenden Geldes war das erste Jahr auf der Uni für mich sehr hart. Meine Mutter und mein Bruder arbeiteten sehr viel, um mich zu unterstützen und auch ich suchte mir einen Studentenjob. 

Ich habe im Home of Blessing gelernt, Gott zu vertrauen, egal wie die Umstände sind. So traf ich während meines Studiums die Schwester meines Vaters und wohnte während meiner Semesterferien bei ihr. Sie stellte, wie auch der Rest meiner Familie, meinen Glauben immer wieder in Frage und betonte, dass ich doch der Familientradition zu folgen habe. Ich versuchte sie durch die Veränderungen in meinem Leben zu überzeugen und statt zu argumentieren lernte und arbeitete ich intensiv in dieser Zeit. 

Während des ersten Studienjahres erzählte uns ein Professor von einem Studentenaustauschprogramm mit Budapest. Ich bewarb mich Jahr für Jahr dafür, doch ohne Erfolg. Vom zweiten bis vierten Studienjahr musste ich mich zusätzlich um meine kleinere Schwester und meinen Neffen kümmern und auch viel arbeiten. In meinem letzten Studienjahr war mein Gebet: „Jesus, du weißt, dass ich niemals aufgebe und ich vertraue dir, dass du einen guten Plan für mein Leben hast. Ich will mich in diesem letzten Studienjahr noch einmal für das Austauschprogramm bewerben. Aber egal, wie die Sache ausgeht, ich will dankbar sein und nicht vergessen, welche tolle Gelegenheit ich mit diesem Studium bekommen habe.“ Am nächsten Tag hat mich meine Freundin angerufen und mir mitgeteilt, dass ich den Test bestanden habe und für das Austauschprogramm angenommen wurde. Kannst du dir vorstellen, wie sehr ich vor Freude geweint habe?

Nach dem Studentenaustausch in Budapest und meinem Abschluss an der Uni bekam ich durch einen philippinischen Freund, den ich bei einem Praktikum in Chiang Rai kennengelernt hatte, die Möglichkeit von 2015-2018 in Dubai zu arbeiten. Seit Mitte des Jahres lebe ich in Oman und arbeite im Fünfsterne-Hotel Kempinski in Muscat.”

Zurück